Kalte Macht …

Die tiefdunkle Nacht durch das das bleiche Licht des Mondes sich bricht – davor fürchte ich mich nicht. Zwischen Vulkanen auf bebenden Boden, im Orchester von Blitz und Donner zu stehen – da finde ich Halt. In der Unendlichkeit all der Sterne verloren und so groß und so klein zu sein, was ich sehe – das entzündet meinen Geist. Der Tod, der auf meiner Schulter hockt, wartend auf seine goldene Stunde – darüber lache ich noch. Die Liebe, die das Herz zerreißt, schmerzlich in die Seele beißt – das ist Feuer, an dem ich mich wärme.

Doch wie groß ist das Leid, wenn es verschwindet, wie bitterlich, wenn es keine Träne mehr zu trinken gibt. Das tödlichste aller Monster, das ist der innere Winter, der mit frostigen Fingern eingreift in das Gemüt. Grau ist die Decke der Monotonie, die sich über das Feuer legt, furchterregend leer ist das Werk, was ihre Betriebsamkeit erschafft – sie ist ein endloser, langsamer Regen, der alle Sinnesfarben erbleicht. Wie ein Bergmassiv aus nassem Asphalt legt sie sich schwer auf die Brust, lässt leuchtende Blütenköpfe krank und verwelkt zurück. Fahl macht sie das Licht des Himmels, zugenäht hat sie seinen Mund, verstummt seine feurige Sprache, die einst mit vollen Lippen deinen Namen rief. Phantasielos glättet sie die Ebene – sie die Monotonie – entreißt der Welt ihren Zauber, stürzt sie in Agonie.

Wie viel Sommer muss man in sich tragen, wie viel Feuer entfachen – wie scharf muss das Schwert im Herzen sein, ihre kalte Macht zu besiegen. Stolz muss die Brust füllen, um mutig in ihre hässliche Fratze zu grinsen. Laut und überzeugt muss das Wort erklingen um die Macht der Leere zu bezwingen, sonnig das Wort, das die Nebelwand durchbricht: „Leidenschaft“! Gib mir die Wunde zurück, durch die ich die Welt atmen kann.

dunkle_machtBild: Michal Mozolewski

Space Oddity – Gedanken zu David Bowie

Was ist schon der Schmerz gegen die Leere, gegen die Kälte, die das Gemüt durchfriert. David Bowie ist tot.

Space Oddity: Der Astronaut als das Sinnbild des Menschen in der sich verlierenden Unendlichkeit, träumend von Freiheit, kann er nur überleben im engsten Raum. Es ist die Tragik, dass die Realität stärker erscheint als der Traum, dass die Freiheit kleiner ist, als das was sie verspricht.

Träume sind aus Klängen gewebt, Wellen tragen dich davon und dort wo Liebe ist, ergreift die Musik dich mit Tentakel-Armen. Wenn Traum und Musik den Hochzeitstanz eingehen, ist die Realität im Sternenstaub versunken, der Ernst vernichtet – ein Lächeln auf den Lippen verschönert das Gesicht.

Als Kind wollte ich Astronaut werden – irgendwie entfliehen. Aus dem Raumschifffenster wollte ich bessere Welten erblicken und in der Unendlichkeit schweben. Wenn ich schwerelos durchs All gleiten würde, so dachte ich, dann hätte ich nur meine eigenen Probleme zu lösen, dann gäbe es kein „du musst“, kein „du sollst“, kein dick, kein dünn, kein Alter und keine Zeit – dann würden die Blumen in meinem Kopf ewig blühen und die Bäume immer fette Früchte tragen. Zwischen gestern und morgen gäbe es keine Grenze mehr, eins wäre ich und verschmolzen in Unsterblichkeit.

Major Tom steigt einfach aus, will das Glühen der Sterne spüren, doch sehnsuchtsvoll blickt er zurück auf den blauen Planeten, vielleicht auch auf die Wellen, die sich in Ozeanen regen.

Als ich „Space Oddity“ das erste Mal hörte, war ich längst kein Kind mehr, da war es eigentlich zu spät, da hatte David Bowie Ziggy Stardust schon lange zu Grabe getragen. War es nötig Ziggy sterben zu lassen, dieses Kind eines metrosexuellen Traumes?

Doch das Raumschiff, das in meinem Inneren pochte, in unendliche Weiten fort fuhr, die Astronautensehnsucht, die nie verblasste, all das war ergriffen von diesem Lied. Es war, als ginge ich den Regenbogen auf und ab, als bildeten sich neue Fluchtlinien:

I’m stepping through the door. And I’m floating in a most peculiar way. And the stars look very different today.“

EinesTages jedoch, ich stand vor der „Sagrada Familia“ in Barcelona, da musste ich an Major Tom denken. Liebesschmerz trieb mich dorthin und in meinem Wahn wollte ich alles auf einmal von der Welt entdecken. Als ich vor der Kathedrale stand – im gleichen Wahn, in dem ich mich befand, von Gaudi erschaffen – wurde mir schwindelig und ich musste mich setzen. Sonne schien auf das Wunderwerk herab und ein tiefblauer Himmel untermalte die Kulisse. Spitz ragten die Türme wie hinein in die Ewigkeit und als ich es sitzend und tiefatmend vor mir sah, war mir als befände ich mich tiefer im Kosmos als jedes Flugzeug und als jedes Sternenschiff. Major Tom, so durchglühte es mich, hätte hierher kommen müssen, berührt von der Wunde der Liebe, um das Paradies, das er suchte, zu finden. Fern war mir nun der Gedanke im Dunkeln der Unendlichkeit umher zu irren – Sonnenkrieger wollte ich werden und selbst im Schatten dem Lichte hinterher jagen.

David Bowie ist tot. Zurück bleiben Märchen. Ziggy Stardust ist am Leben! Alles ist im Kopf, alles in der Phantasie und es wird wichtig sein, dem Traum an den richtigen Platz zu bringen. Die Realität ist nur ein kleines Werkzeug den Traum zu justieren, ihn zu verfeinern, ihn mit noch mehr Bildern zu füllen.

I want eagles in my daydreams, diamonds in my eyes“

David Bowie: Er wusste, dass er sterben wird, aber er wollte entkommen. 18 Monate kämpfte er mit dem Krebs, doch die Krankheit hat ihn nicht besiegt. Er hat die Flucht nach vorne, mit dem Raumschiff seiner Träume, angetreten:

„Look up here, I am in heaven/ I’ve got scars, that can’t be seen/ I’ve got drama, can’t be stolen/ everybody knows me now“. „Black Star is waiting for me“, „You know, I’ll be free“, „Oh, I’ll be free/ just like that bluebird/ Oh, I’ll be free/ ain’t that just like me“ (aus seinem letzten Album, erschien am 8. Januar)

Lebe wohl David, wo immer Du auch bist – ich halte Ziggy Stardust tief in meinen Armen fest.

ziggy-mazoni

„A rose is a rose, is a rose“ …

Meine Liebe hab ich dir gegeben, eingepflanzt in frische vulkanische Erde hab ich dich. All meine Zuneigung hab ich als Dünger dir beigefügt, mein Herz dir geschenkt. Wie im Wahn, wenn niemand mich hörte, flüsterte ich süßliche Worte dir zu. Das Mondlicht hatte ich genommen, warf es dir zu. In all deiner Pracht und Schönheit, solltest du aufgehen – du, meine liebliche Rose.

Doch Blatt für Blatt warfst du ab, ließt nur einen grässlichen dornigen Stengel übrig, an dem, wollte ich dich berühren, ich mich verletzte. Alles um dich herum erblühte, nur du, mein Blumentier, bliebst stachelig, garstig und blütenlos.

Jetzt jedoch, da ich fortgehe, da der Sommer seinen Kopf gegen den grauen Winter neigt, jetzt wo ich die Hoffnung verbrannte, je eine Leidenschaft aus dir hervor bringen zu können,

jetzt wo meine Liebe längst erloschen ist, wo du dich tot gabst für mich – nun erst bringst du lockend, zwischen all den Dornen, eine wundervolle Blüte hervor. Zu spät, meine Liebste, es ist vorbei.

Ich hab sie mir abgeschnitten, mir genommen, die junge Blumenblüte und als Erinnerung in ein Glas mit Wasser gestellt. Einmal noch will ich mich daran ergötzen, bevor ich gehe, sehen, was ich erstrebte: Einen stacheligen Liebreiz, erblüht in einem Rot wie Feuer.

„a rose is a rose, is a rose“ (Gertrude Stein)

rose-mazoni

Drama einer Liebenden …

„Aus ihrem schmalen Körper brechen Flammen der Exaltation, ihre Sanftheit löst sich plötzlich in einen bacchantischen Taumel der Leidenschaft, sie preßt sich mit einer unvermuteten Trunkenheit an den Erstaunten, mit einem Durst, als wollte sie von ihm allein alle Seligkeit des Himmels und der Erde trinken. Er will eine Geliebte und findet die Liebende, er begehrt in ihr die Frau, die wunderbare, die vielfältige, die neue, und sie ist die glühende, immer die gleiche. Er will die Lust, und sie gibt ihm die Liebe. Er will Stunden, und sie bietet ihm die ganze Unendlichkeit.“ (Stefan Zweig über die Dichterin Marceline Desbordes-Valmore) 

  

„Lasziv, sinnlich, leidenschaftlich, willenlos, pornografisch!“ – Drei -Sterne-Review

Meine Güte! Fast möchte man glauben, die Rezensentin stand nach der Lektüre in Flammen. Aber vielleicht wurde ihr der Taumel der Gefühle zuviel. Interessant – was sie schreibt und auch, dass sie letztlich nur drei Sternchen vergab und dass sie die Seitenzahl „böse“ mit nur „fast 80“ angab. Was ist da passiert? Lest selbst hier die komplette Rezension : Review von Ute Wilamas

„Das erotische Ensemble brennt lichterloh im Aufschrei orgiastischer Befriedigung.“

“ „Mutter“ ist auch das Seelenschmerz erzeugende Stichwort, das den Rahmen der Erzählung bildet und mit dem Timo zu kämpfen hat.“

„Im Fokus stehen ausschließlich das Wollen und Begehren, das Besitzen und der Hunger nach Lust, das Brennen vor Ungeduld und die Verschmelzung von inneren Feuern.“ 

“ …Schilderung über Sinnlichkeit und Abgründe, über Triebe und Gefühle, über Wahnsinn und Geilheit, über Zähmung und Züchtigung, über Animalisches und sündige Leidenschaft …“

Freue mich auf Reviews …

Wirklich! Schreibt was darüber, auch wenn es nur wenige Worte sind. Ich will es wissen! Nicht nur das: Rezensionen helfen auch beim Verkauf ;). Helfen unabhängig zu bleiben! 

Demnächst werde ich das Ebook für einen Tag umsonst reinstellen – auch wenn doch 2,99 für über 130 Seiten nicht zuviel sind. Ich werde Bescheid geben.

Also: ich bin auf eure Meinung gespannt! Hier gehts lang: SERENA

White horse caged in my heart

Shepherd me from pain and the doubt
Through the broken streets and the hearts
Herd me home through hurt and the past
Then leave me alone you have no choice

And now there is a white horse caged in my heart
And it’s gonna to kill me just to get out
Now there is a white horse aged in my heart
And it’s trying to kill me just to get out

Though we’re different creeds, wear different masks
If you only could conceive that there’s a chance
And hell is bent on showing me the dark
Shepherd me to light, make it stop.

-Scott Matthew-

SEREEEENA !!!! Sie ist zum Leben erwacht!

Wow. Mein Herz schlägt höher. Das Ebook steht jetzt bei Amazon zum Kauf bereit. Für Timo und Serena fängt das Leben jetzt an. Nie ist die Realität genug – Geschichten braucht die Welt. Hier könnt ihr euch das Buch anschauen:

Serena – Gefangen im Netz der Leidenschaft

… dass all das Sein was Körperliches ist

Neu erschaffen, aber nicht neu als Frau, sondern neu als Mann, als ein neuer Mensch überhaupt, stand ich wie vor einem Wunder namens Frau. Sündige Leidenschaft tobte in mir, ich konnte an nichts anderes mehr denken, in meinem Unterleib brodelte unaufhörlich ein Lavasee, der jede Region meines Körpers erfasste und auch mein Bewusstsein und mein Denken neu definierte. Ich wachte auf mit diesem brennenden Empfinden, es begleitete mich den ganzen Tag hindurch und ich schlief damit ein, in sehnsuchtsvoller, freudiger Erwartung des nächsten Tages (…)

aus: „Serena – Gefangen im Netz der Leidenschaft“Isaim_Lozano-19

Letter from an Unknown Woman – Full Movie, Stefan Zweig

Wieder einmal lese ich mit Begeisterung Stefan Zweigs „Brief einer Unbekannten“. Doch nicht nur diese Novelle ist wunderbar, sondern auch die gleichnamige Verfilmung von Max Ophüls aus dem Jahre 1948. Dieser Film ist ein wahres Meisterwerk und hat bis heute nicht an Kraft verloren. Ich habe ihn in der Originalfassung gefunden, gespielt von der bezaubernden Joan Fontaine (1917 – 2013). Unbedingt anschauen!

Und ewig lockt die Sirene

Das Wasser rauscht‘, das Wasser schwoll,
Netzt‘ ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war’s um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.

Goethe 1779

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