Ernstfall – Normalzustand seit langer Zeit

Es kommt mir vor, als habe das Staunen aufgehört. Ausnahmezustand, Bewegungslosigkeit = Sprachlosigkeit? LKW’s gefüllt mit Leichen fahren zu Verbrennungsanlagen. Gräber werden auf die Schnelle ausgehoben. Mutti stopft dem halslosen Kind die Wurst ins Maul. 

„Schön durchkauen, das ist gesund. Es waren die Fledermäuse und nicht die Schweine. Wir können doch nichts dafür. Wir sind auch nur kleine Tierchen, die andere Tiere fressen müssen. So, Kleines nun verschluck dich nicht!“

Ausnahmezustand – Maschinen stehen voller Ungeduld still, pfeifen aus allen Ventilen, warten auf den Moment, wo sie wieder niedermähen können. Wirtschaftsbosse kurz vorm Herzinfarkt, nach Luft ringend rufen sie mit letzter Kraft: Die Wirtschaft muss wachsen, wachsen, wachsen, wachsen, wachsen, wachsen …

Hören wir den Schrei, den Wakeup-Call denn nicht? Was muss passieren? Wollen wir zuschauen, wie aus lauter Geldgier einiger wenige, ein Weltuntergang provoziert wird. Gut, die Erde ist alt geworden und es scheint mitunter, als werden selbst Kinder zu Greisen geboren. Die Buntheit und das Spielerische der 60 ziger und 80 ziger scheint verschwunden. Alles, wogegen sich die einstigen unerfahrenen Kinder der Revolte wandten, scheint einzutreten. Der modrige Geschmack des Weltuntergangs umspült den Gaumen. Glücklicherweise sind die Regale der Supermärkte gefüllt, Klopapapierrollen stapeln sich, damit der Bürger sich die Scheiße aus der Ritze abwischen kann. Ich suche nach Kotzbeutel, finde aber keine – niemand scheint sie nötig zu haben. 

Ausnahmezustand. „Papa geht die Welt wirklich morgen unter?“

Alle hoffen auf „Normalität“, auf das sich alles weiterdreht, wie zuvor. Verständlich. Bewegung ist wichtig. Doch welche Bewegung? Von Sydney nach Hamburg übers Wochenende zum Biertrinken fliegen? 

Australier ohrfeigen Asiaten auf offener Straße. „Ihr seid am Virus Schuld, ihr esst Hunde, Katzen und Fledermäuse.“

Ein Australier frisst jährlich 115 Kilo Fleisch. Ein Äthiopier hingegen nur 7 Kilo Fleisch. Wenn die Tiere nicht mit Medikamenten vollgepumpt wären, würden noch mehr Krankheitsviren umherschwirren. Nicht betäubt könnten die Tiere nicht den Zustand aushalten, in denen sie versetzt worden. Glaubt ihr wirklich, das sei das letzte Virus, mit dem wir konfrontiert werden? Wir sehen, wie empfindlich wir auf selbst die kleine Anfälligkeit reagieren. Es ist der Gestank der Apokalypse – der Duft der großen weiten Welt. 

Das System ist krank – und nun ruft wenigstens aus den Fenstern eures „Homeoffice“ heraus: „Das ist alles ne Schweinerei!“

Genug, genug … und keine Angst, hier spricht nicht Anna Lüse, lehnt euch ruhig in den Sessel zurück – es ist alles Polemik. „Einkaufsbummel im Erdnussland“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s