Kadee Mazoni

Autor

Horror im Konjunktiv …

Würde ich versuchen den Rhythmus, den ich auf die grüne Flasche trommle, während ich, wie so oft, auf jemanden warte; versuchen, dieses Musikstück, was mir einfiel, zu dir zu tragen, es dir  vorzuspielen, in der Hoffnung, dich damit beglücken zu können und öffnete im gleichen Moment, während ich mich überwinde, mein Spiel dir darbringen zu wollen, jemand deine Zimmertür, stürmte  herein mit einem Tambourin in der Hand, schüttelte diese, sodass laut die Schellen erklängen, setzte sich auf die Lehne deines Sofas und trommelte darauf Takte, die dich tanzend machend und animieren würden  deine Hüften zu bewegen, und würde er, begeistert über das, was er mit seiner Trommelei anzustellen vermag, immer schneller mit Fingern, Handfläche und Faust auf das Fell einschlagen und du mit aufgewühltem Haar und in die Lüfte erhobenen Händen, zusammen mit dem Tambourin Mann jauchzend wild durch den Raum tanzen und mich  mit der grünen Flasche in der Hand vergessend stehen lassen;  wenn also nicht ich es wäre, der die Traurigkeit mit meinem Vortrag aus deinem Gemüt vertriebe, entstünde nicht dann, beim Anblick deines Freudentanzes, in mir eine schwermütige Leere, ein Einsamkeitsempfinden, indem ich unbemerkt die Flasche auf den Boden stellte und so täte, als hätte ich sie niemals mitgebracht und mich unentdeckt aus der Wohnung zwängte,  hinunter auf die Straße ginge und inmitten  den Häuserschluchten und regennassem Gehweg ein stechendes Unbehagen über rhythmische Klänge empfände und darüber nachdächte, ob du dich beim Aufräumen, die herrenlose Flasche entdeckend, daran erinnern könntest, dass ich es gewesen wäre, der es gewollt hätte, mit nur drei Fingern, auf dem selbsternannten Musikinstrument dir etwas zu bieten, was dir ein Lächeln auf deine Lippen hätte zaubern können.

Da dies aber nicht so ist, entleere ich mit einem letzten Schluck die Flasche, stelle sie zurück in das Regal, wo ich sie gefunden hatte, gehe in dem Raum umher, betrachte mir im Atelier die Bilder des Malers, auf den ich warte, schaue aus dem Fenster in das trübe Grau des Himmels, betrachte den Kanal, der sich mit kaum erkennbarer Bewegung Richtung  Westen bewegt und abgestorbene gelbliche Herbstblätter, wie ein Kleid mit sich trägt, und noch ehe ich ganz die Betrachtung zurück auf die bunten Gemälde richten kann, um ein innerliches Urteil über die Kunstwerke zu fällen, öffnet sich die Tür, der Maler tritt herein und erklärt, wir könnten jetzt gehen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 6. November 2016 von in Allgemein und getaggt mit , , , , , .

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