Kadee Mazoni

Autor

Lesen macht sensibel …

„Gut lesen,
das heißt langsam,
tief, rück- und vorsichtig,
mit Hintergedanken,
mit offen gelassenen Türen,
mit zarten Fingern und Augen lesen …“ (Nietzsche)

gutlesen-mazoni

 

3 Kommentare zu “Lesen macht sensibel …

  1. PP
    7. Oktober 2015

    Da sieht man wieder, wie sensibel und feinfühlig der von der Syphilis gezeichnete Philosoph doch de facto war. Ich besitze eine Ausgabe des Zarathustra aus dem Jahre 1918 auf Kriegspapier gedruckt und dazu ein dünnes Traktat, dass wohl für die Soldanten gedruckt wurde mit dem Titel: „Alles Lebendige ist ein Gehorchendes“, zusammengefasst von einem Friedrich Würzbach. Unten auf dem Deckblatt ist zu lesen: Münchner Lesebogen. Und hier sind einige Textstellen Nietzsches aufgeführt, aus dem Zusammenhang gerissen. Es geht immer um Befehle und um Befehlen usw. Ich will das mal an einem Beispiel klarmachen, wie Nietzsche, der auch ein großer Poet und Schriftsteller war, aus dem Gesamtkontext gerissen und missbraucht wurde von den Kriegstreibern in zwei Weltkriegen, die Deutschland und ich als Deutscher zu verantworten hat und habe:

    „Du sollst den Frieden lieben, als Mittel zu neuen Kriegen“

    Damit meinte Nietzsche den geistigen Krieg. Nietzsche hatte sich mit seinem Freund Wagner zerstritten, weil er Wagner offensichtlich als judenfeindlich durchschaut/erkannt hat. Das befand sich so, dass beide Freunde auf einem Spaziergang über das Judentum disputierten. Nietzsche ist dann einfach abgebogen und hat Wagner allein stehen lassen. Alles was gegen Juden geschrieben wurde in einem späteren Werk, hat die Schwester Nietzsches nachweislich gefälscht. Nietzsche wird oft fehlinterpretiert, so auch der Spruch:

    „Und gehst du zu Frauen, vergiss die Peitsche nicht“.

    Er meinte natürlich die Peitsche der Frau, die du im Bordell aufsuchst, die Peitsche der Syphillis, denn bei einer Prostituierten hatte er sich in jungen Jahren infiziert. Und es gibt ein Foto, wo Nietzsche mit einem Freund im Joch steht und seine Freundin Lou Solomé die Peitsche schwingt.

    Nietzsche ist ein Großer, der sich auch – wie Schopenhauer – oft getäuscht hat. Ihn aber zu lesen ist ein Abenteuer, ein höchst literarisches Abenteuer.

    Danke für diesen wunderbaren Spruch. In welchem Werk steht er geschrieben: Ich möchte mehr zu diesem Thema lesen?

    LG PP 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Kadee Mazoni
      8. Oktober 2015

      Der Spruch stammte aus der fröhlichen Wissenschaft. Ja Nietzsche wurde oft fehlinterpretiert. Besser: Nietzsche darf man nicht als Ideologe lesen, sondern als eine Art Kraft. Weil er kein Ideologe war (ja sogar ein Gegner davon) bleibt er auch immer aktuell. Ich würde mal meinen, wenn er vom Krieg spricht, so spricht er für den Krieg gegen sich sich selbst.
      Das beste Buch schrieb er in seiner kurzen Phase der Gesundung, nämlich „Fröhliche Wissenschaft“.
      Ciao, Kadee

      Gefällt mir

  2. PP
    7. Oktober 2015

    PS: Wollte noch anmerken, dass die Thematik: Nietzsche versus Wagner“ damals Wellen schlug. Es war schon ein „Krieg“ der verschiedenen Ansichten der ehemaligen Freunde. Der Zwerg in Wagners Oper „Das Rheingold“, der den Schatz behütet, ist ganz klar und wissentlich von Wagner aufs jüdische Klischee ausgeprägt.

    Gefällt 1 Person

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 6. Oktober 2015 von in Allgemein.

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