Das Dasein als Mandala – eine kunstvolle Choreografie von Erscheinungen und Formen, sorgfältig gestaltet und durchdacht. Jedes Leben hat sein eigenes Kolorit und Muster. Der einzige Sinn darin – das Streben nach Schönheit und die Suche nach Befriedigung. Durch die Zeit gleiten, ohne an das Morgen zu denken. Jeder Schritt, jede Bewegung hinterlässt Linien und Fragmente des Seins. Mal bin ich das kleine, feige Grün, mal das feurige, kraftvolle Rot, mal das allumfassende, träumende Blau. Ein Akt der Hingabe, ein Akt des Aufgehens im Gegenwärtigen, des Schöpferischen. Träume und Hoffnungen werden zu Farbtönen der Erinnerung. Katastrophen sind die rauen Felswände, die erklommen werden, um die Sonne vom höchsten Gipfel zu erleben. Sich schön machen, sich schön reden, Freude, Schmerz, Lachen und Tränen zu einem Gewand weben. Und dann … im Augenblick der höchsten Vollendung folgt die unausweichliche Zerstörung, die Verwandlung in Schutt und Asche. Mit einem Atemzug vernichtet sich das Mandala des Lebens, zerstreut sich das komplex gebaute Wesen in alle Winde. Es ist nicht nur ein Akt der Vernichtung, sondern auch der Befreiung, der Erkenntnis der Vergänglichkeit. Riechen, schmecken, sehen, hören, lieben – ein flüchtiger Moment des Erwachens, ein nebulöser Ich-Geist, der den Planeten umhüllt, eine schöne Illusion, die sich im Sonnenlicht wärmte. Alles kehrt zurück, in neuen Gewändern und ein, aus den Farben, die einst deine Existenz zusammengehalten haben, entsteht ein anderes, vielleicht noch schöneres, farbigeres Mandala.
