Scham und Ekel vor dem Töten empfinden!

Die Tragödie, die sich im Nahen Osten abspielt, ist zutiefst erschütternd. In dieser dunklen Stunde gilt meine Solidarität allen, die unter Gewalt und Verbrechen leiden.

Meine Gedanken sind bei den Juden und Israelis, die grausam ermordet, massakriert und hingerichtet wurden. Es schmerzt, dass unter den Opfern gerade diejenigen sind, die sich für Verständigung und Frieden und für eine bessere Zukunft von Juden und Palästinensern eingesetzt haben. Mein Mitgefühl gilt den Palästinensern in Gaza, die furchtbaren Bombardierungen ausgesetzt sind. Ihre Häuser liegen in Trümmern, sie müssen fliehen, ihr Schmerz über den Verlust von Familienangehörigen ist unermesslich. Es bricht einem das Herz, wenn man sieht, wie sie unter Hunger, Wassermangel und elenden Bedingungen leiden, wie sie gejagt werden und fliehen müssen. An ihnen wird blutige Rache genommen, die den israelischen Opfern des Terroranschlags nicht hilft.

Ich stehe solidarisch an der Seite all derer, die sich gegen Krieg wenden, die den Kriegsdienst verweigern und sich für Verständigung und Frieden einsetzen. Die Spirale des Hasses und der Gewalt muss durchbrochen werden, sonst werden wir von der Negativität in den Abgrund gezogen. Meine Solidarität gilt aber nicht den führenden Politikern dieser Welt, die unfähig oder unwillig sind, die Menschheit vor Kriegen zu schützen, die lieber Soldaten morden lassen, als miteinander zu reden und zu verhandeln. Sowohl die Hamas als auch die Netanjahu-Regierung in Israel sind von Hass, Gewalt und rechtsextremer Ideologie geprägt. Solche Regierungen müssen der Vergangenheit angehören, wenn es jemals Frieden im Nahen Osten geben soll.

Kriege werden von Regierungen inszeniert, die andere Menschen in die Schlacht schicken. Unterschiedliche Kulturen würden sich nicht notwendigerweise hassen, wenn sie nicht von Herrschenden und Regierungen angestachelt würden. Eine Welt, in der alle Menschen gleichberechtigt und gerecht leben könnten, ohne Rassismus und Vorurteile, wäre eine bessere und friedlichere Welt. Kein Mensch, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion oder sexuellen Orientierung, sollte sich für seine Existenz entschuldigen müssen. Das Leben, sowohl das eigene, als auch das des anderen, in all seinen Facetten, ist ein wertvolles Juwel. Die einzige Pflicht, die wir haben und der gegenüber alle anderen Pflichten zweitrangig sind, besteht darin, das Leben zu schützen und zu schätzen. Das Leben ist die Grundvoraussetzung und jeder Gott, jede Ideologie, jede Macht hat sich dem unterzuordnen. Eine höhere Moral als diese kann es nicht geben. Alles, was dem Leben im Wege steht und von Hass und Machtgier geprägt ist, muss verhindert werden.

Es ist an der Zeit, sich zu fragen, ob Staaten und Nationen mit ihren Grenzen und Regierungen in dieser Zeit noch angebracht und nicht längst überholt sind. Vielleicht wäre ein moderner, aufgeklärter und pazifistischer Anarchismus, der auf Gewaltverzicht und Gerechtigkeit basiert, für die Menschheit und auch für unseren Planeten segensreicher. Der Mensch ist das einzige Wesen, das vor Scham erröten kann – das Schamgefühl sollte genutzt werden, um Scham und Ekel vor dem Töten zu empfinden.

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