Märchen erzählen …

Ich glaube an Gott, ich glaube an Darwin, ich glaube an Nietzsche, an den Weihnachtsmann, an den Osterhasen, an das sozialistische Vaterland. Fuck off! Ich glaube an das, was mir am meisten Spass macht, was eine tolle Geschichte ergibt. Ich picke mir aus allem die schönsten Rosinen heraus. Wann war der Urknall vor 40 oder 60 Milliarden Jahren? Scheiß der Hund drauf, wen interessiert es schon. Was muss ich tun, damit ich gesund bleibe und reich werde? – es langweilt mich. Märchen erzählen, die den Märchenerzähler selbst interessieren. Soll ich darüber nachdenken, wie die Welt besser werden kann? Blockade! – die entsteht immer dann, wenn die Geschichte falsch gesponnen wird. Wenn die Blockade entsteht muss die Geschichte weggeschmissen werden, dann taugt sie nichts und eine neue muss gesponnen werden. Fluchtlinien bilden!! – in die Geschichte flüchten, die man am liebsten für sich erzählen möchte, die einen am meisten interessiert.

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Oh MEIN Gott …

„Gott“: ein schöner Begriff, man sollte ihn alleine für sich gebrauchen. Wenn ich mein Gott sage, dann meine ich es auch so – es gibt ihn nur für mich. Ich will nicht deinen, nicht euren Gott, ich will nur meinen, er gehört mir ganz allein.

Ich glaube nicht an das, was andere mir prophezeien, ich bastele mir alles so zurecht, wie es mir am angenehmsten erscheint. Ich erziehe mir meinen Gott, mitunter verschmelze ich mich mit ihm – ähnlich wie in der Liebe.

Oh mein Gott! Milliarden, Trilliarden von Göttern um mich herum, jeder ist sein eigener – welch ein Chaos. Ich liebe es: die Verworrenheit, das Unbestimmte. Auf dem Unbekannten entstehen die schönsten Schlösser.

Wenn ich den Stern am Himmel stehen sehe, fülle ich mich göttlich – dann ist der Stern geschaffen für mich und ich für ihn. Wenn die Sonnenstrahlen mich durchfluten, dann sind wir eins: die Sonne und ich – wir sind die Welt um die sich alles dreht.

Oh mein Gott: Ich bin so groß – bin all das, was ich sehe. Göttlich sind wir alle. Und wer sagt, dass wir je sterben könnten, niemand hat dafür einen Beweis  erbracht. Was kümmert der Tod, wo wir uns im Leben befinden – Zukunft ist eine böse Illusion.