Nicht-Schwein-Sein …

Es geht nicht nur um den Kampf um die Köpfe, nicht um rechts oder links. Das sieht man an Rüdiger #Safranski, der nicht dumm ist, mit seinem Rotweinglas in einer Gegend sitzt, wo es keine Flüchtlinge gibt und trotzdem, mit allerhand „intellektuellen“ Verrenkungen vor einer Überflutung der christlichen Kultur warnt. Safranski, der nun einen Gauland lobt, jenen scheintoten afd-Menschen, der vor Kurzem noch, die umher mordenen Soldaten der Wehrmacht rehabilitieren wollte.
Was die afd so gefährlich macht, ist nicht alleine ihre hinterwäldlerische Dummheit, sondern sind jene Konservativen, wie Seehofer, Spahn oder auch Safranski, die damals schon Hitler das Zepter in die Hand legten. Es sind jene „schlauen“ Leute, die Verständnis für die afd zeigen.
Nein, es scheint hoffnungslos die Köpfe zu erreichen – es ist wie ein Ping Pong-Spiel. Wenn man sieht, wie das Mittelmeer zu einem Massengrab geworden ist, dann braucht es keine „gescheiten“ Worte – dann handelt es sich um ein Gefühl dazu, darum, ob sich überhaupt noch etwas in einem regt. Lebst du noch oder bist du schon tot?

„Nicht- ein- Schwein- sein“ müsste es heißen, wenn man das Eis in sich brechen will.

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Die Rache der Gartenzwerge …

Zäh pochen freudig in Fett getränkte Herzen, ängstlich trauen sie sich durch einen kleinen Spalt ihrer Türen hinaus, in dem Glauben, sie hätten was gewonnen. Gruseliges Zahnarztlächeln tritt vor die Kameras, um einzig die Botschaft zu verkünden: keine Umarmungen mehr, lieber doch abweisende Hände. Schwächlinge haben sich zusammengerauft, bissig sind sie nur, wie feige Hunde, wenn sie in der Meute sind, grenzen ab ihr Revier, ächzen schmallippig kalte Worte heraus, die da lauten: traue keinem Fremden. Doch was jetzt so lautstark erscheint, der grölende Lärm ausdrucksloser Gesichter, das ist das Klappern von Gerippen, das sind Missklänge, vermischt mit verwesendem Mundgeruch der Vergangenheit.

Noch mögen sie bleiern im Schlamm ihrer dunklen inneren Haltung waten, noch die Sonne verdunkeln, aber bald werden die nachfolgenden Generationen sie verachten und verlachen, denn die Welt wird bunt und zusammenwachsen.

Ach, ihr herzverschlossenen Gartenzwerge, ihr seid mir so ferne, nahe sind mir gerade jetzt die Fremden, die wagemutig durch Wirbelstürme und mörderischer See, versuchen ein Licht der Freiheit zu finden. Seelenverwandt fühle ich mich den Starken, jenen, die über Zäune springen und nicht denen, die neue errichten.

surrea-mazoni

Flucht und Grenze

Wer flüchtet, befindet sich immer im Recht – denn jede Flucht ist die Möglichkeit hin zu etwas Besserem. Eine Raserei entsteht, ein Blitz entzündet sich – es kann nicht so bleiben, wie es ist, es muss nach vorne gehen. Die Flucht ist die Heldentat, auch wenn sie nicht gelingt, sie schafft die Besinnung auf was Neues.

Grenzen werden überschritten, das ist der Sinn von jeder Flucht – es ist die Notwendigkeit des Überlebens. Eine Grenze rechnet stets mit einer Überschreitung und Verletzung – denn wofür sonst wäre sie gezogen. Wenn einmal die Zäune niedergerissen sind, ist die Luft danach viel klarer – und so widersinnig es auch klingt: die Grenze erkennt sich erst selbst durch ihre Durchdringung. Denn nun, da der Schlagbaum zerbrochen ist, besinnt man sich auf verloren geglaubte Werte, die einst von ihm begrenzt wurden. Nicht ein bequemes Zuhause, nicht der gemütliche Sessel auf dem man in seinen Anschauungen Platz genommen hat – es ist die Entfremdung, aus der man sich neu erschafft.

Der Flüchtende weiß um die Leere, in die er hineingefallen ist, er fühlt die Angst wie ein Kind, das in der Dunkelheit steht – wie ein Kind aber auch spürt er die Freude, dass der neue Morgen was anderes mit sich bringen könnte – die Flucht ist die Bejahung nach Veränderung.

Das ist genau die entgegengesetzte Bewegung des Seßhaften; er fürchtet jegliche Revision seines bestehenden Zustandes und mit aller Macht, versucht er die Grenze zu verteidigen. Seine Angst ist nicht die Angst eines Kindes, das hinaus will in die Welt, seine Furcht ist die eines Greises, der jeden Moment als was Gleiches erleben will.

Vielleicht ahnt oder fühlt er, dass der Dammbruch nicht zu verhindern ist, doch in seinem rückwärts gerichteten Denken wird er die Befestigung noch höher bauen, bis die Flut sich staut und die Ordnung noch gewaltiger zusammenbricht.bird-mazoni

Rebellion aller Sinne …

Vielleicht wird der Tag kommen, da es den Menschen wichtiger erscheint, miteinander zu vögeln, als zu Töten.

Vielleicht wird der Tag kommen, da man erkennt, dass all das Geld, all die Macht nutzlos ist, wenn die LIEBE fehlt.

Vielleicht braucht es eine Rebellion des Unterleibs, eine Entgrenzung aller Sinne.

Vielleicht – es ist ein Traum! – wird der Tag kommen, wo ein jeder nur noch mit der Lust am Leben beschäftigt ist –  Vielleicht dann wird es keine Kriege mehr geben.

WAR IST OVER IF YOU WANT

John Lennon (1940 - 1980) and Yoko Ono pose on the steps of the Apple building in London, holding one of the posters that they distributed to the world's major cities as part of a peace campaign protesting against the War. 'War Is Over, If You Want It'.   (Photo by Frank Barratt/Getty Images)
John Lennon and Yoko Ono pose on the steps of the Apple building in London, (Photo by Frank Barratt/Getty Images)

„Angst essen Seele auf“- oder: Don’t Heidenau me!

„Angst essen Seele auf“, so ein Film von Fassbinder und was in Heidenau geschah, ist treffend mit diesen Worten zu vergleichen.

ANGST – sie hat die Dümmsten auf die Strasse getrieben, jeglicher Hauch von Menschlichkeit ist auf der Strecke geblieben. ANGST – alles Zivilisierte ist verloren gegangen, sie haben sich schlimmer wie Schweine benommen, aus Heidenau haben sie einen Saustall gemacht und intelligentes Leben mit Dreck beworfen.

ANGST – ist des Kleinbürgers liebste Eigenschaft, ANGST hat den Faschismus an die Macht gebracht und nun sehen wir wieder einmal, ANGST ist gefährlich und aggressiv.

Nein, Ausländerfeindlichkeit ist kein deutsches Phänomen, Großbritannien und die USA liegen an einsamer Spitze, Deutschland sogar nur im unteren Mittelfeld. Nur zu sagen, „die Deutschen mal wieder“ wäre auch ungerecht gegen all diejenigen, die sich gegen Rassismus engagieren.

ANGST-Bürger sind meist diejenigen, die mit Ausländern am wenigsten in Berührung kommen, ihre ANGST ist irrational, sie glauben, weil ihre Köpfe leer sind, es könnte was Schlimmes passieren. Es sind charakterlose Loser, die ewig nach Schuldigen suchen, warum sie so Scheiße sind. Verharmlost diese dummen Verlierer nicht, sie sind gefährlich! Sie sind die Säulen autoritärer Systeme.

Vielleicht würde es helfen, um sie eine Mauer zu bauen und sie zu zwingen Bücher zu lesen. Vielleicht müsste man z.B. jeden Heidenauer an die Hand nehmen, über den Kopf streicheln und langsam, langsam an einen Fremden heranführen und ihnen sagen, guck mal, ist doch alles gar nicht so schlimm.

Ja, dieser ödipale Prozess mit diesen bierbäuchigen, glattköpfigen Idioten würde vielleicht helfen. Doch statt dessen sperrt man die Flüchtlinge weg und schiebt sie ab in Ghettos. Integriert gefälligst die Ausländer und schließt sie nicht aus!

Ausländerfeindlichkeit trifft man dort, wo das Bildungsniveau am niedrigsten ist. Das ahnte ich schon, wenn man so einige Angstbürger reden hört. Bildung also! Aber genau dort wird am meisten gespart, so als sei dieser Bereich gar nicht mehr nötig. In der PISA Studie schnitt Deutschland, als reichstes Land in der EU jedenfalls am schlechtesten ab. Das sagt doch alles.

Ha! Und dann die Männer: sie sind am empfänglichsten für Fremdenfeindlichkeit. Wundert es? Welcher Mann liest überhaupt noch, außer Sport- oder Politiknachrichten in Tageszeitungen …? Welcher Mann liest noch Literatur, liest Romane? Frauen sind es zum größten Teil und der Abstand zu den Männern nimmt ständig zu. Den starken Ritter mit dem Schwert in der Hand, der Liebe im Herzen und goldenen Worten auf der Zunge gibt es kaum noch mehr. Nicht dass dies die alleinige Ursache der geistigen Entwurzelung ist – aber es ist eine. … Nun, das ist ein anderes Thema.

Fazit: wollen wir nicht auf der Stufe der Zivilisation herabsteigen, müssen wir den Flüchtlingen helfen. Wir müssen es auch alleine deswegen, um der Dummheit Schaden zuzufügen.

Man stelle sich Deutschland ohne Ausländer vor, man stelle sich vor sie hätten die Deutschen mit sich alleine gelassen – das käme einer Katastrophe gleich, das wäre wie Heidenau. Nicht nur Angst, sondern auch Dummheit frisst die Seele auf und deswegen muss Bildung her und zwar die Richtige, denn Dummheit ist schließlich die böse Schwester der Angst.

Natürlich ist dies hier alles ziemlich allgemein, es ist nicht meine Absicht, eine wissenschaftliche Abhandlung  zu verfassen. Das sollen andere machen

Wer sich weiter über Ursachen der Fremdenfeindlichkeit informieren möchte, darf sich gerne durch den Wust einer Statistik von Umfragen durchwühlen:

http://www.blogs.uni-mainz.de/fb02-arbeit-und-betrieb/files/2014/05/KrausPP.pdf

Interessant ist auch folgender Artikel über das Leseverhalten von Frauen und Männern:

 NZZ Leseverhalten  

Ciao, Kadee