Tomorrow’s Far Away

Wie ist das zu verstehen? Ist die Zukunft uns frech entkommen, hat sie uns im Stich gelassen? Ist sie aus dem Gefängnis der Gegenwart ausgebrochen wie ein wildes Tier, das nach Freiheit dürstet?

Doch ist es nicht genau das Wesen der Zukunft, dieser Freiheitsrebellin, immer voranschreiten, nie zurückzublicken und zurück zu kehren – weder in die Gegenwart noch in die Vergangenheit? Die Zukunft scheint für sich die Entscheidung getroffen zu haben: Sie will immer nur vorwärts, nie zurück, immer nur rauf und niemals runter. Wo immer man sie sucht, um sich an ihr zu nähren, sie festzuhalten, sie besitzen zu wollen – ist sie wieder verschwunden; sie wird sich davonmachen, sie wird fliehen, will nicht festgehalten werden.

Freiheit für die Zukunft!

Denken wir nicht einmal daran, sie zu wollen. Lassen wir sie, wo sie ist. Vielleicht liegt sie am Strand, lauscht dem Klang der Wellen und lässt sich von der Sonne durchdringen und will nicht von Gegenwarts-Idioten belästigt werden. Sie ist eine Nomadin, eine Partisanin und wenn die Häscher kommen, um sie zu fangen, um ihre Bewegung zu bremsen, werden sie nur einen seichten Abdruck im hellen, heißen Sand unter der grinsenden Sonne finden – die Zukunft ist längst weitergezogen, suchend und um sich blickend dem Horizont der ewigen Sehnsucht entgegen.

„It is not in the stars to hold our destiny but in ourselves“ (William Shakespeare)

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